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By Kathrin Glosch

ISBN-10: 3476027767

ISBN-13: 9783476027764

ISBN-10: 3476452646

ISBN-13: 9783476452641

Proust, Valéry, Giraudoux, Périer, Beckett, Guirec, Cocteau, Nourissier, Hequet, Sanders, Perec, Carrière - sie alle haben in ihren Romanen gleichgültige Protagonisten entworfen. Doch keine dieser indifferenten Figuren wurde so kontrovers diskutiert wie Albert Camus´ "L´Etranger". Dieser Fremde steht im Zentrum der examine, die Gleichgültigkeit als Dissoziierungsprozess zwischen Individuum und Gesellschaft in der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts nachzeichnet. Dem Untersuchungszeitraum (1896-1994) vorangestellt sind oppositionelle Vorläuferformen von Gleichgültigkeit wie Ennui, Spleen, Mal du Siècle, Dandy und Poète maudit, die bereits im 19. Jahrhundert jene Verweigerung aufscheinen lassen, die in der Gleichgültigkeit als Absage an alle Wertemuster im 20. Jahrhundert ihren Höhepunkt findet. Mit dem Nouveau Roman wird das Thema von der Textoberfläche in die Ebene der Écriture verlagert; zur Indifferenz im Verhalten der Figuren tritt in letzter Instanz die Gleichgültigkeit des Romansujets selbst.

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Gruppe) inhaltlich belegt werden. Dabei wird der Inhalt der einzelnen Texte nur dann wiedergegeben, wenn angesichts eines weniger großen Bekanntheitsgrads des Verfassers oder des jeweiligen Textes davon ausgegangen werden muss, dass er nicht als bekannt vorausgesetzt werden kann. 40 3 Der Weg aus dem 19. Jahrhundert (1896-1913) Die erste Gruppe von Texten, in denen Indifferenz als Thema des 20. Jahrhunderts literarisch gestaltet wird, umfasst mit Marcel Prousts L'Indifferent und Un Amour de S1vann, Paul Valerys Monsieur Teste und Jean Giraudoux' L'Ecofe des indifferents Arbeiten, die im Zeitraum von 1896 bis 1913 veröffentlicht werden.

64 Meursault erfahrt Indifferenz jedoch erst auf der letzten Seite des Romans bewusst und kann sie so nicht wissentlich gegen "die Ideologen" verteidigt haben. Zudem ist diese Indifferenz nicht die Indifferenz des Protagonisten, sondern die der Welt. Wo Zima von einer Verteidigung spricht, zeigt der Text ein anderes Bild. In der Gerichtssituation, in der man wohl am ehesten eine Konfrontation mit "den Ideologen" ausmachen kann, äußert sich Meursault aus einer situativen "envie de parler" 65 heraus, also nicht, um sich zu verteidigen, sondern um, auf eine situationsbedingte Empftndung reagierend, zu sprechen.

Die vierte Gruppe von Texten muss durch den genannten Ebenenwechsel konsequenterweise eine neue Struktur aufweisen. Diese Gruppe setzt sich nicht aus einer Anzahl von Einzeltexten zusammen, sondern wird durch eine literarische Strömung repräsentiert, den Nouveau Roman. Durch den Ebenenwechsel wird das Thema nicht mehr (oder nur peripher) auf der Inhaltsebene dargestellt, sondern in die Form der Darstellung, in die Struktur, verlagert. Von der semantischen Fassbarkeit wird das Thema in die Ebene der Schreibhaltung (Ecriture) verlegt.

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»Cela m’était égal«: Zu Inszenierung und Funktion von Gleichgültigkeit in der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts by Kathrin Glosch


by George
4.2

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